Ganga-Gramma

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Selly
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Ganga-Gramma

Beitrag von Selly » Do 25. Jul 2019, 19:33

Ganga-Gramma

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Ganga-Gramma, Weiblicher Dämon, den die Inder sehr fürchten und dem sie folglich große Ehren erweisen. Er hat einen einzigen Kopf und vier Arme; in der linken Hand hält er einen kleinen Napf und in der rechten ein Gäbelchen mit drei Spitzen. In Prozessionen führt man ihn mit viel Promp auf einem Wagen. Manchmal finden sich Fanatiker, die sich aus Hingabe unter seinen Rädern zerquetschen lassen. Ziegenböcke sind die üblichen Opfer, die man ihm darbringt. Bei Krankheiten oder anderen Gefahren findet er Inder, die nach einer glücklichen Genesung zu Ehren Ganga-Grammas folgende Zeremonie durchführen: Durch die Haut des Rückens stößt man ihnen kleine Haken, mit deren Hilfe sie in die Luft gezogen werden; so vollführen sie in Gegenwart von Zuschauern einige Kunststücke, beispielsweise Kreuzsprünge. Es finden sich einfache und leichtgläubige Frauen, die man davon überzeugt, daß diese Prozedur Ganga-Gramma gefalle und keinerlei Schmerzen verursache. Wenn sie welche empfinden, ist keine Gelegenheit mehr, von der Sache zurückzutreten: sie hängen schon in der Luft, und die Schreie der Anwesenden ersticken ihre Klagen.
Eine Art Buße, immer zu Ehren desselben Dämons, besteht darin, sich eine Schnur ins Fleisch fädeln zu lassen und zu tanzen, während andere Leute an dieser Schnur ziehen. In der Nacht, die dem Fest des Ganga-Gramma folgt, opfert man ihm einen Büffel, dessen Blut in einem Gefäß gesammelt wird. Dieses stellen sie vor den Götzen und sorgen dafür, dass es am nächsten Morgen leer vorgefunden wird. Manche Autoren sagen, man hätte früher anstelle eines Büffels ein menschliches Opfer geschlachtet.


Wo der Verstand anfängt, hört der Mensch auf, Mensch zu sein.
Marquis de Sade 1740 - 1814

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